The Mission is No Emissionansvar2030 · Haltung

Planetare Krise.Lokale Lösung

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2024 war das erste Jahr, in dem die Erde über 1,5 Grad wärmer war als vor der Industrialisierung. Sie heizt sich auf, weil wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, und das Geld dafür fließt jeden Tag aus unseren Städten und Dörfern ab. Diese Seite verkauft nichts. Sie erzählt, warum die Antwort auf eine planetare Krise im eigenen Ort beginnt und warum Klimaschutz vor allem eine soziale Frage ist.

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01 Der Punkt geht · Ein Tag in Deutschland

05:00
Erneuerbare52 %
Börsenpreis79€/MWh
Sonne0,0GWWind16,0GW
06:00 · Morgens

Die Sonne kommt.

Der Wind weht die ganze Nacht, jetzt steigt die Sonne. Mit jedem Prozent erneuerbarem Strom im Netz sinkt der Preis an der Strombörse.

13:00 · Mittags

71 % Erneuerbare.
47 € pro Megawattstunde.

Mittag ist die billigste Zeit des Tages. Die Sonne allein liefert jetzt rund 40 Prozent des Stroms, und Brennstoff braucht sie keinen.

17:00 · Nachmittags

Die Sonne sinkt.
Der Preis steigt.

Was fehlt, liefern Kohle- und Gaskraftwerke. Sie bestimmen jetzt den Preis.

19:00 · Abends

Die Sonne ist weg.
129 €.

Fast gleich viel Stromverbrauch wie um 13 Uhr, aber der 2,7-fache Preis. Der Unterschied ist das Fossile.

Durchschnittlicher Tag aus 17.544 Stunden 2024/25 · Day-Ahead-Börsenpreis DE-LU · BNetzA/SMARD · Auswertung ANSVAR Strompreis-StudieBörsenpreis ist nicht Endkundenpreis

02 Die Krise

2024 lag die Erdeerstmals ein ganzes Jahrüber 1,5 Grad.

Die Grenze, auf die sich die Welt in Paris geeinigt hat, ist kein ferner Wert mehr. Sie wird gerade gerissen. Jede Tonne CO₂ aus Kohle, Öl und Gas bleibt für Jahrhunderte in der Atmosphäre und heizt weiter. Die Folgen kommen nicht irgendwann, sie sind da: in den Sommern, in den Fluten, in den Krankenhäusern.

10von 10

Die zehn Jahre 2015 bis 2024 gehören alle zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen.

62.775

Menschen starben in Europa im Sommer 2024 an den Folgen der Hitze, rund 6.300 davon in Deutschland.

≈ 3Jahre

reicht das CO₂-Budget für 1,5 °C bei heutigem Ausstoß noch, gerechnet ab Anfang 2025.

Verbleibendes CO₂-Budget für 1,5 °C130 Mrd. t ab 1. Januar 2025
verbraucht
Rechnerisch übrig, in diesem Moment

55.000.000.000t CO₂

Aufgebraucht

Feb. 2028

Jetzt oder nie.

Quellen: Copernicus Climate Change Service, Global Climate Highlights 2024 (+1,60 °C gegenüber 1850–1900, erstes Kalenderjahr über 1,5 °C) · Hitzetote 1. Juni bis 30. September 2024 in 32 Ländern: ISGlobal, Nature Medicine, September 2025 · CO₂-Budget: Forster et al., Indicators of Global Climate Change 2024, Earth System Science Data, Juni 2025 · Rechenwert der Uhr: 130 Mrd. t minus 41,6 Mrd. t CO₂ pro Jahr (Global Carbon Budget 2024) · Die Pariser Grenze bezieht sich auf das Mittel über 20 Jahre

Je mehr fossil,desto teurer.

03 Das Geld

2,8Mrd. $

Pro Tag. 50 Jahre lang.

So viel reinen Gewinn haben Öl- und Gasförderer seit 1970 gemacht, im Durchschnitt jeden einzelnen Tag. Gemeint ist nicht der Umsatz, sondern was nach Abzug aller Förderkosten übrig bleibt. Ökonomen nennen das Rente. Zusammen sind es rund 52 Billionen Dollar.

Seit Sie diese Seite geöffnet haben, sind rechnerisch so viele Dollar fossile Rente angefallen:

US-$0

Rechenwert: 2,8 Mrd. US-$ pro Tag ÷ 86.400 Sekunden = rund 32.400 US-$ pro Sekunde · Durchschnitt 1970–2020 in Dollar von 2020

ABCDh = 1,00FIG. 02 · PORTRÄTPROF. A. VERBRUGGENANSVAR · 1:1 · 2026
Prof. Aviel VerbruggenEnergie- und Umweltökonom · Universität Antwerpen

Mit all diesem Geld kann man jeden Politiker kaufen, jedes System. Und ich glaube, genau das ist passiert.

“You can buy every politician, every system with all this money, and I think this happened.”

Aviel Verbruggen im Guardian, 21. Juli 2022
1 %

„Sie haben ein Prozent des gesamten Wohlstands der Welt abgeschöpft, ohne etwas dafür zu tun.““They captured 1% of all the wealth in the world without doing anything for it.”

52Bio. $Öl- und Gasrenten von 1970 bis 2020, in Dollar von 2020
≈ 1Bio. $im Durchschnitt pro Jahr, Tag für Tag 2,8 Milliarden
86%davon stammen aus Öl, der Rest aus Erdgas
50Jahreausgewertet aus Daten der Weltbank, Land für Land

Und bei uns?

2022≈ 135Mrd. €
202469Mrd. €

So viel hat Deutschland für Öl, Gas und Kohle aus dem Ausland bezahlt. 2024 waren das 1,6 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung, rechnerisch rund 825 € pro Kopf. Geld, das jedes Jahr das Land verlässt. Und ab 2028 kommt der europäische CO₂-Handel für Heizen und Tanken dazu.

AG Energiebilanzen, Jahresbericht 2024, nach top agrar · 2022 aus der genannten Differenz von 66 Mrd. € · pro Kopf: 69 Mrd. € ÷ 83,6 Mio. Einwohner

Zweiundfünfzig Billionen Dollar · 1970–2020Die Summe, von der Verbruggen spricht

Jede Gasrechnung,
jede Tankfüllung
zahlt in diesen Topf.

Beispielhaus · ein JahrFossil
Gas für die Heizung16.000 kWh Wärme2.489,00 €
Diesel für zwei Autos1.300 Liter, 20.000 km3.250,00 €
Fließt aus dem Ort ab5.739,00 €
An Importeure

Quelle: Verbruggen, A. (2022): The geopolitics of trillion US$ oil & gas rents. International Journal of Sustainable Energy Planning and Management 36, S. 3–10, doi:10.54337/ijsepm.7395 · Daten: Weltbank, Öl- und Gasrenten 1970–2020 · Zitate: Damian Carrington, „Revealed: oil sector’s ‘staggering’ $3bn-a-day profits for last 50 years“, The Guardian, 21.07.2022, deutsche Übersetzung ANSVAR · Beispielhaus: Familie mit zwei Kindern, Gasheizung, zwei Dieselautos, Preise Oktober 2026

04 Der Hebel

Je mehr Windund Sonne,desto billiger.

Wind und Sonne haben keine Brennstoffkosten. Sind viele Anlagen am Netz, fällt der Börsenpreis. Fehlen sie, setzen Gas- und Kohlekraftwerke den Preis. 2025 lässt sich das an jeder einzelnen Stunde ablesen: Mehr erneuerbarer Strom heißt billigerer Strom.

252 €
134 €
112 €
100 €
87 €
72 €
44 €
5 €
−14 € · 2024
<20 %20–30 %30–40 %40–50 %50–60 %60–70 %70–80 %80–90 %≥90 %
Wenig erneuerbarer Strom → viel erneuerbarer StromØ Börsenpreis 2025 je Anteil Erneuerbarer · €/MWh
Jede Spalte fasst alle Stunden 2025 mit diesem Anteil Erneuerbarer am Verbrauch zusammen, 2025 gab es keine Stunde über 90 % · BNetzA/SMARD, 8.760 Stunden · Auswertung ANSVAR Strompreis-Studie
−21€/MWh

je 10 Prozentpunkte mehr erneuerbarer Strom im Netz, Regression über alle 8.760 Stunden 2025

573Std.

war Strom 2025 an der Börse so reichlich, dass der Preis unter null fiel

×2,7

kostet Strom um 19 Uhr gegenüber 13 Uhr, bei fast gleichem Verbrauch

Rechenfall

Und wenn der Ausbau stoppt?

Die Strompreis-Studie rechnet durch, was passiert, wenn nach 2026 kein Windrad und kein Solarpark mehr dazukommt, gegenüber einem Ausbau, der seinen Strom in die teuren Stunden verschiebt.

2030+52 %123 statt 80 €/MWh
2033+101 %VERDOPPELT
2035×2,4223 statt 94 €/MWh

Rechenfall der ANSVAR Strompreis-Studie: Zubaustopp nach 2026 gegen netzdienlichen Zubaupfad, Börsenpreis, keine Marktprognose · Preiskurve aus 17.544 Stunden SMARD 2024/25 · Nachfrage nach Monitoringbericht EWI/BET 2025

Die Letzten beißen die Hunde.

Netzkosten je Haushalt am Gasnetz×1,010 von 10 Haushalten noch am GasSchema, nicht maßstäblich

Wer ein eigenes Haus, ein Dach und Erspartes hat, steigt um: Solaranlage, Wärmepumpe, E-Auto. Das ist gut so.

Das Gasnetz bleibt, seine Kosten auch. Sie verteilen sich auf immer weniger Haushalte. Dazu steigt der CO₂-Preis, Jahr für Jahr.

Am Ende zahlen die, die sich den Umstieg am wenigsten leisten konnten: Mieterinnen und Mieter, Rentnerinnen und Rentner, kleine Betriebe.

Schema, nicht maßstäblich

Die Revolution des kommunalen Klimaschutzes

Emissionsfrei leben
ist Daseinsvorsorge.

Was alle zum Leben brauchen, organisiert die Kommune für alle: sauberes Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Busse. Bei Energie haben wir das dem Markt und jedem Haushalt selbst überlassen. Genau hier liegt der Fehler.

Wenn der Ort eigene Kraftwerke hat, bekommt jeder den Preis von Wind und Sonne, nicht nur wer ein Dach besitzt. Klimaschutz wird dann nicht teurer, sondern billiger. Für alle. Das ist die eigentliche Revolution des kommunalen Klimaschutzes.

Der Punkt
ist zurück.

06 Die Wende

Eigene Kraftwerke.Eigener Preis.

Ein Windrad oder ein Solarpark kostet vor allem am Anfang. Danach ist der Brennstoff umsonst, 20 Jahre lang, ohne Importpreis und ohne CO₂-Preis. Deshalb kann ein Kraftwerk, das dem Ort gehört, Strom zu einem festen Preis liefern, egal was Gas gerade an der Börse kostet.

Zielpreis Direktstrom≈ 10ctpro kWh · 20 Jahre fest
2026203620312041
80Striche im RingJeder Strich ist ein Quartal von 2026 bis 2046. Alle sind gleich, weil der Preis gleich bleibt.
17,2ctMittelstand heutezahlt ein mittelständischer Betrieb 2026 im Schnitt je Kilowattstunde, inklusive Netzentgelten und Umlagen (BDEW).
0Euro für BrennstoffWind und Sonne schicken keine Rechnung. Das Geld für die Anlage bleibt bei denen, die sie betreiben, im Idealfall im Ort.

Zielpreis rund 10 ct/kWh für 20 Jahre aus dem Kommunalprogramm, Beispielwert · Netzentgelte entfallen nur bei Direktleitung

Die Entlastung.

Was die fossile Rechnung kostet, bleibt mit Strom von hier im Haushalt. Für die Familie aus dem Beispielhaus, jedes Jahr, Jahr für Jahr. Und mit jeder Familie, die umsteigt, sinken die Emissionen des ganzen Ortes.

−3.555€weniger Energiekosten im Jahr, fast die Hälfte
71.100€bleiben in 20 Jahren im Haushalt, bei gleichen Preisen gerechnet
−8t CO₂pro Jahr, rund, weil Gas, Diesel und Strommix wegfallen

Beispielhaus: 7.167 € fossil gegen 3.612 € mit Strom von hier, reine Energiekosten, Anschaffungen nicht eingerechnet · CO₂ als Rechenwert: Erdgas 0,2 kg/kWh, Diesel 2,65 kg/l, Strommix 2024 363 g/kWh (Umweltbundesamt), ersetzt durch Wind- und Sonnenstrom

Lokal zuerst.

Wem das Kraftwerk gehört, der entscheidet, wohin der Strom geht. Unser Prinzip: erst der Ort, dann der Markt. Und ein fester Teil für die, die am wenigsten haben.

01Haushalte im OrtFester Tarif über das Stadtwerk, ein Teil vergünstigt für Haushalte mit wenig Einkommen
02Betriebe vor OrtDirektstrom zum Festpreis, das sichert Arbeitsplätze
03WärmeGroßwärmepumpen nehmen die Mittagsspitzen auf, statt Anlagen abzuregeln
04MobilitätBusdepot, Ladeparks und Flotten laden, wenn die Sonne scheint
05StrommarktNur was übrig bleibt, geht an die Börse

07 Das Werkzeug

The Mission isNo EmissionFonds

Woran es meistens scheitert, ist nicht die Technik. Es ist das Geld am Anfang: für Flächen, Gutachten, Genehmigung und Netzanschluss, Jahre bevor ein Kraftwerk Strom liefert. Diese Phase bezahlen heute meist große Investoren, und ihnen gehört danach auch der Strom. Der Mission-Fonds dreht das um.

Im Kreis.

Was die Kraftwerke erwirtschaften, finanziert das nächste Projekt.
01Kapital aus der RegionBürgerinnen und Bürger, Betriebe und Kommunen bringen gemeinsam das Geld für den Anfang auf.
02ProjektentwicklungDer Fonds bezahlt, was vor dem Bau kommt: Flächen sichern, Gutachten, Genehmigung, Netzanschluss.
03Kraftwerke im BetriebWind, Sonne, Speicher und Wärme. Der Fonds bleibt beteiligt, damit die Anlagen dem Ort verpflichtet bleiben.
04Strom zum FestpreisLokal zuerst: für Haushalte, Betriebe, Wärme und Mobilität vor Ort.
05Erlöse fließen zurückEin Teil geht in den Fonds und finanziert das nächste Projekt, ein Teil als Gemeinwohlanteil an den Ort.
Lokal zuerstStrom geht zuerst an den Ort, zu einem festen Preis. Erst der Rest an den Markt.
Im KreislaufDas Geld wird nicht verbraucht. Es arbeitet Projekt für Projekt weiter.
Für das GemeinwohlEin fester Anteil fließt in einen unabhängigen Fonds für den Ort, nicht in eine Konzernbilanz.
OffenJede und jeder kann sehen, wohin das Geld fließt und was es bewirkt.

Jedes Teil gibt es schon.
Es fehlt das Ganze.

OntwikkelfondsNiederlandeRevolvierender Fonds für die Projektentwicklung von Energiegenossenschaften
CARESSchottlandVorentwicklungsdarlehen für Projekte in lokalem Eigentum, bei Scheitern abgeschrieben
BürgerenergiefondsSchleswig-HolsteinBedingt rückzahlbare Darlehen für Bürgerprojekte, 79 Projekte seit 2018
FeldheimBrandenburgEin Dorf mit eigenem Strom- und Wärmenetz, die Bewohner sind Gesellschafter

Der Mission-Fonds ist im Aufbau. Diese Seite beschreibt eine Idee und ist kein Angebot einer Vermögensanlage. Wer mitdenken oder mitmachen will, schreibt uns.

Unser Strom.Unser Ort.Unser Preis

The Mission is No Emission

Jeder Streifen ist ein Jahr seit 1850, Klimastreifen nach Ed HawkinsDie nächsten Jahre: offen

Welche Farbe die nächsten Streifen bekommen, entscheidet sich nicht in Berlin und nicht in Brüssel, sondern vor Ort: im Rat, auf den Flächen, beim Stadtwerk. Und bei jedem, der mitmacht.