2024 war das erste Jahr, in dem die Erde über 1,5 Grad wärmer war als vor der Industrialisierung. Sie heizt sich auf, weil wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, und das Geld dafür fließt jeden Tag aus unseren Städten und Dörfern ab. Diese Seite verkauft nichts. Sie erzählt, warum die Antwort auf eine planetare Krise im eigenen Ort beginnt und warum Klimaschutz vor allem eine soziale Frage ist.
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01 Der Punkt geht · Ein Tag in Deutschland
Die Sonne kommt.
Der Wind weht die ganze Nacht, jetzt steigt die Sonne. Mit jedem Prozent erneuerbarem Strom im Netz sinkt der Preis an der Strombörse.
71 % Erneuerbare.
47 € pro Megawattstunde.
Mittag ist die billigste Zeit des Tages. Die Sonne allein liefert jetzt rund 40 Prozent des Stroms, und Brennstoff braucht sie keinen.
Die Sonne sinkt.
Der Preis steigt.
Was fehlt, liefern Kohle- und Gaskraftwerke. Sie bestimmen jetzt den Preis.
Die Sonne ist weg.
129 €.
Fast gleich viel Stromverbrauch wie um 13 Uhr, aber der 2,7-fache Preis. Der Unterschied ist das Fossile.
Durchschnittlicher Tag aus 17.544 Stunden 2024/25 · Day-Ahead-Börsenpreis DE-LU · BNetzA/SMARD · Auswertung ANSVAR Strompreis-StudieBörsenpreis ist nicht Endkundenpreis
02 Die Krise
+1,6°C
Die Grenze, auf die sich die Welt in Paris geeinigt hat, ist kein ferner Wert mehr. Sie wird gerade gerissen. Jede Tonne CO₂ aus Kohle, Öl und Gas bleibt für Jahrhunderte in der Atmosphäre und heizt weiter. Die Folgen kommen nicht irgendwann, sie sind da: in den Sommern, in den Fluten, in den Krankenhäusern.
Die zehn Jahre 2015 bis 2024 gehören alle zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen.
Menschen starben in Europa im Sommer 2024 an den Folgen der Hitze, rund 6.300 davon in Deutschland.
reicht das CO₂-Budget für 1,5 °C bei heutigem Ausstoß noch, gerechnet ab Anfang 2025.
55.000.000.000t CO₂
Feb. 2028
Jetzt oder nie.
Quellen: Copernicus Climate Change Service, Global Climate Highlights 2024 (+1,60 °C gegenüber 1850–1900, erstes Kalenderjahr über 1,5 °C) · Hitzetote 1. Juni bis 30. September 2024 in 32 Ländern: ISGlobal, Nature Medicine, September 2025 · CO₂-Budget: Forster et al., Indicators of Global Climate Change 2024, Earth System Science Data, Juni 2025 · Rechenwert der Uhr: 130 Mrd. t minus 41,6 Mrd. t CO₂ pro Jahr (Global Carbon Budget 2024) · Die Pariser Grenze bezieht sich auf das Mittel über 20 Jahre
03 Das Geld
2,8Mrd. $
Pro Tag. 50 Jahre lang.
So viel reinen Gewinn haben Öl- und Gasförderer seit 1970 gemacht, im Durchschnitt jeden einzelnen Tag. Gemeint ist nicht der Umsatz, sondern was nach Abzug aller Förderkosten übrig bleibt. Ökonomen nennen das Rente. Zusammen sind es rund 52 Billionen Dollar.
Seit Sie diese Seite geöffnet haben, sind rechnerisch so viele Dollar fossile Rente angefallen:
US-$0
Rechenwert: 2,8 Mrd. US-$ pro Tag ÷ 86.400 Sekunden = rund 32.400 US-$ pro Sekunde · Durchschnitt 1970–2020 in Dollar von 2020
Mit all diesem Geld kann man jeden Politiker kaufen, jedes System. Und ich glaube, genau das ist passiert.
“You can buy every politician, every system with all this money, and I think this happened.”
Aviel Verbruggen im Guardian, 21. Juli 2022„Sie haben ein Prozent des gesamten Wohlstands der Welt abgeschöpft, ohne etwas dafür zu tun.““They captured 1% of all the wealth in the world without doing anything for it.”
Und bei uns?
So viel hat Deutschland für Öl, Gas und Kohle aus dem Ausland bezahlt. 2024 waren das 1,6 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung, rechnerisch rund 825 € pro Kopf. Geld, das jedes Jahr das Land verlässt. Und ab 2028 kommt der europäische CO₂-Handel für Heizen und Tanken dazu.
AG Energiebilanzen, Jahresbericht 2024, nach top agrar · 2022 aus der genannten Differenz von 66 Mrd. € · pro Kopf: 69 Mrd. € ÷ 83,6 Mio. Einwohner
Jede Gasrechnung,
jede Tankfüllung
zahlt in diesen Topf.
Quelle: Verbruggen, A. (2022): The geopolitics of trillion US$ oil & gas rents. International Journal of Sustainable Energy Planning and Management 36, S. 3–10, doi:10.54337/ijsepm.7395 · Daten: Weltbank, Öl- und Gasrenten 1970–2020 · Zitate: Damian Carrington, „Revealed: oil sector’s ‘staggering’ $3bn-a-day profits for last 50 years“, The Guardian, 21.07.2022, deutsche Übersetzung ANSVAR · Beispielhaus: Familie mit zwei Kindern, Gasheizung, zwei Dieselautos, Preise Oktober 2026
04 Der Hebel
Wind und Sonne haben keine Brennstoffkosten. Sind viele Anlagen am Netz, fällt der Börsenpreis. Fehlen sie, setzen Gas- und Kohlekraftwerke den Preis. 2025 lässt sich das an jeder einzelnen Stunde ablesen: Mehr erneuerbarer Strom heißt billigerer Strom.
je 10 Prozentpunkte mehr erneuerbarer Strom im Netz, Regression über alle 8.760 Stunden 2025
war Strom 2025 an der Börse so reichlich, dass der Preis unter null fiel
kostet Strom um 19 Uhr gegenüber 13 Uhr, bei fast gleichem Verbrauch
Rechenfall
Und wenn der Ausbau stoppt?
Die Strompreis-Studie rechnet durch, was passiert, wenn nach 2026 kein Windrad und kein Solarpark mehr dazukommt, gegenüber einem Ausbau, der seinen Strom in die teuren Stunden verschiebt.
Rechenfall der ANSVAR Strompreis-Studie: Zubaustopp nach 2026 gegen netzdienlichen Zubaupfad, Börsenpreis, keine Marktprognose · Preiskurve aus 17.544 Stunden SMARD 2024/25 · Nachfrage nach Monitoringbericht EWI/BET 2025
05 Die soziale Frage
Die Mittagsstunde kostet an der Börse wenig. Auf der Stromrechnung kommt davon kaum etwas an. Den Preis von Wind und Sonne bekommt, wer selbst erzeugt: wer ein Dach, ein eigenes Haus und Erspartes hat. Alle anderen zahlen weiter den Preis, den Gas und Kohle setzen.
Preise je Kilowattstunde · Börse: SMARD, Auswertung Strompreis-Studie · Mittelstand und Haushalte: BDEW-Strompreisanalyse August 2026 · Börsenpreis ist nicht Endkundenpreis
Beispielrechnung: Familie mit zwei Kindern im Einfamilienhaus, reine Energiekosten im Jahr, Anschaffungen nicht eingerechnet · Strom von hier zu 28 ct/kWh setzt eigene Erzeugung vor Ort voraus · Preise Oktober 2026
Wer kein Dach hat,
zahlt den fossilen Preis.
Die Letzten beißen die Hunde.
Wer ein eigenes Haus, ein Dach und Erspartes hat, steigt um: Solaranlage, Wärmepumpe, E-Auto. Das ist gut so.
Das Gasnetz bleibt, seine Kosten auch. Sie verteilen sich auf immer weniger Haushalte. Dazu steigt der CO₂-Preis, Jahr für Jahr.
Am Ende zahlen die, die sich den Umstieg am wenigsten leisten konnten: Mieterinnen und Mieter, Rentnerinnen und Rentner, kleine Betriebe.
Schema, nicht maßstäblich
Die Revolution des kommunalen Klimaschutzes
Emissionsfrei leben
ist Daseinsvorsorge.
Was alle zum Leben brauchen, organisiert die Kommune für alle: sauberes Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Busse. Bei Energie haben wir das dem Markt und jedem Haushalt selbst überlassen. Genau hier liegt der Fehler.
Wenn der Ort eigene Kraftwerke hat, bekommt jeder den Preis von Wind und Sonne, nicht nur wer ein Dach besitzt. Klimaschutz wird dann nicht teurer, sondern billiger. Für alle. Das ist die eigentliche Revolution des kommunalen Klimaschutzes.
Der Punkt
ist zurück.
06 Die Wende
Ein Windrad oder ein Solarpark kostet vor allem am Anfang. Danach ist der Brennstoff umsonst, 20 Jahre lang, ohne Importpreis und ohne CO₂-Preis. Deshalb kann ein Kraftwerk, das dem Ort gehört, Strom zu einem festen Preis liefern, egal was Gas gerade an der Börse kostet.
Zielpreis rund 10 ct/kWh für 20 Jahre aus dem Kommunalprogramm, Beispielwert · Netzentgelte entfallen nur bei Direktleitung
Die Entlastung.
Was die fossile Rechnung kostet, bleibt mit Strom von hier im Haushalt. Für die Familie aus dem Beispielhaus, jedes Jahr, Jahr für Jahr. Und mit jeder Familie, die umsteigt, sinken die Emissionen des ganzen Ortes.
Beispielhaus: 7.167 € fossil gegen 3.612 € mit Strom von hier, reine Energiekosten, Anschaffungen nicht eingerechnet · CO₂ als Rechenwert: Erdgas 0,2 kg/kWh, Diesel 2,65 kg/l, Strommix 2024 363 g/kWh (Umweltbundesamt), ersetzt durch Wind- und Sonnenstrom
Lokal zuerst.
Wem das Kraftwerk gehört, der entscheidet, wohin der Strom geht. Unser Prinzip: erst der Ort, dann der Markt. Und ein fester Teil für die, die am wenigsten haben.
07 Das Werkzeug
Woran es meistens scheitert, ist nicht die Technik. Es ist das Geld am Anfang: für Flächen, Gutachten, Genehmigung und Netzanschluss, Jahre bevor ein Kraftwerk Strom liefert. Diese Phase bezahlen heute meist große Investoren, und ihnen gehört danach auch der Strom. Der Mission-Fonds dreht das um.
Im Kreis.
Was die Kraftwerke erwirtschaften, finanziert das nächste Projekt.Jedes Teil gibt es schon.
Es fehlt das Ganze.
Der Mission-Fonds ist im Aufbau. Diese Seite beschreibt eine Idee und ist kein Angebot einer Vermögensanlage. Wer mitdenken oder mitmachen will, schreibt uns.
The Mission is No Emission
Welche Farbe die nächsten Streifen bekommen, entscheidet sich nicht in Berlin und nicht in Brüssel, sondern vor Ort: im Rat, auf den Flächen, beim Stadtwerk. Und bei jedem, der mitmacht.