Wie sehr die Atomenergie überschätzt und die Erneuerbare Energie unterschätzt wurde und was das für unsere Zukunft bedeutet.

Menschen legen ihre Hände ineinander

Eine Studie der TU Berlin, des DIW & des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung fasst eine jahrzehntelang kultivierte Fehleinschätzung schonungslos zusammen: Der groß angekündigte Durchbruch der Kernenergie erweist sich historisch als ständig wiederkehrende Projektion, nicht als reale Entwicklung. Seit den 1970er Jahren folgen überzogene Erwartungen auf ernüchternde Wirklichkeit — gestützt von Wunschbildern, Verzögerungen, Kostensteigerungen und politisch gepflegtem Zweckoptimismus.

Ansvar Ultimate | Kernenergie Kapazität
Welchen Prognosen wir vertrauen sollten

Historische Prognosen vs. Realität der Kernenergie

Vergleich der installierten Kapazität in Gigawatt (GW) zwischen verschiedenen Szenarien internationaler Organisationen (IIASA, IAEA, INFCE, WEC), der tatsächlichen historischen Entwicklung und dem aktuellen COP28-Ziel.

Ansvar Ultimate | Wind & Solar Kapazität (2026 Update)
Szenarien vs. Realität

Die unterschätzte Revolution

Historisch betrachtet haben Analysten das exponentielle Wachstum von Wind und Solar massiv unterschätzt. Die fächerartigen Linien zeigen vergangene Prognosen pro Jahrzehnt. Die markante goldene Linie zeigt das reale Wachstum bis ins Jahr 2026. Hinweis: Logarithmische Skala.

Windkraft (2026)
~1.500GW
Solar PV (2026)
~3.400GW
Wachstum seit 2002
Exp.Trend
WIND
Publikations-Jahrzehnt (Prognosen)
2000er
2010er
2020er
Realität
SOLAR PV
Szenario-Ambition (Prognosen)
Low
Medium
High
Realität
Volllaststunden-Effekt

Wunsch vs. Harte Realität (2026)

Installierte Leistung (GW) erzeugt nicht von alleine Strom. Erst durch die Multiplikation mit den durchschnittlichen Volllaststunden (h) erhält man die wahre Produktionsmenge in Terawattstunden (TWh). Hier zeigt sich die Absurdität der Prognosen: Die Erwartungen an die Kernenergie waren gigantisch. Heute produzieren Solar und Wind jedoch absolut mehr Strom als die globale Kernenergie – trotz geringerer Volllaststunden.
*Alle Balken sind in dieser Darstellung 100% maßstabsgetreu zu den Maximalwerten skaliert und perfekt linksbündig ausgerichtet.

Technologie
Kapazität (GW)
Zeit (h)
Erzeugte Energie (TWh)
Kernenergie
Historische Prognose
8.480 GW
×
7.500 h
=
63.600 TWh (Wunschtraum)
Solar PV
Realität
3.400 GW
×
1.300 h
=
4.420 TWh
Windkraft
Realität
1.500 GW
×
2.500 h
=
3.750 TWh
Kernenergie
Harte Realität
396 GW
×
7.500 h
=
2.970 TWh
Solar + Wind
Kombinierte Power
4.900 GW
×
1.667 h
=
8.170 TWh
Volkswirtschaftlicher Schaden

Kosten eines EE-Ausbaustopps

Berechnung der kumulierten Mehrkosten für Deutschland bis 2045 bei einer Reduktion des Erneuerbaren-Ausbaus (z.B. durch den Redispatch-Vorbehalt).
50 %
0% (Planmäßig) 100% (Völliger Stopp)

Schon eine Halbierung des Ausbaus (50%) – ein realistisches Szenario beim vorliegenden Gesetzesentwurf – hat massive Auswirkungen auf Strompreise und Importabhängigkeit.

Mehrkosten Strom
400 Mrd. €
Durch teure fossile Kraftwerke (15-20 ct/kWh)
Entgangener Wohlstand
350 Mrd. €
Durch fossile Importe (Geldabfluss ins Ausland)
Kumulierter Schaden (bis 2045)
750 Milliarden €
Massiver Schaden

Die Kostenfalle

Kumulierte Mehrkosten über Zeit

Jahr 2035
Schaden 0 Mrd. €
2035

Warum die Kosten explodieren

Die zugrundeliegenden Daten und Fakten auf einen Blick.

FAKT 1

22 Mio. € Wert pro Windrad

Ein einziges neues Windrad (7 MW) spart gegenüber fossilen Kraftwerken jährlich 0,6 Mio. € Stromkosten und vermeidet teure Erdgasimporte, was einen Wohlstandszuwachs von 1,6 Mio. €/Jahr bedeutet. Kumuliert bis 2045: 22 Mio. € Gesamtnutzen pro Rad.

FAKT 2

Massiver Preisunterschied

Erneuerbarer Strom kostet an der Börse ca. 6 ct/kWh. Ohne Zubau müssen für 700 TWh neue Erdgaskraftwerke gebaut werden. Erzeugungskosten dort: 15-20 ct/kWh. Ein massiver Preisaufschlag von durchschnittlich 10 ct/kWh für die gesamte Wirtschaft.

FAKT 3

Import-Falle & Wohlstandsverlust

Ohne EE-Ausbau müssen jährlich 2.000 TWh fossile Brennstoffe importiert werden (Kosten: ca. 60 Mrd. €/Jahr). Mit Wind/PV bleibt das Geld im Land. Mit einem Multiplikator von 1,20 entsteht so ein positiver Wohlstandseffekt von 72 Mrd. € jährlich.

Quellen & Methodik: Basierend auf Langfristszenarien der Bundesregierung (O45 Szenario: 1.230 TWh/a Bedarf), Fraunhofer ISE & Lazard Stromgestehungskosten, sowie Multiplikator-Effekt (1.20) nach Berechnungen des DIW.
Ein Impuls der Energy Watch Group
ENERGIEWENDE DEUTSCHLAND Vom Zubau zur Integration 2000–2023 Getrennt WIND PV BIO INDUSTRIE WÄRME MOBILITÄT Jede Anlage ein eigener Anschluss. Verbrauch bleibt fossil. 2023–2035 Gekoppelt WIND PV SPEICHER BIO 1× ANSCHLUSS INDUSTRIE WÄRME MOBILITÄT Ein Anschluss für viele Erzeuger. Strom direkt in die Sektoren.

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